Es war eine besondere Zeit in meinem Leben, als meine Kinder in ein Internat kamen. Damals entwickelte ich eines der wirksamsten Tools meiner Arbeit als Coach: Den Selbstcheck. Ein 14 Tage dauerndes, sehr intensives Arbeiten mit dem Fokus auf das eigene Leben verbirgt sich dahinter. Plötzlich steht eine klare Neuorientierung für Mütter von Internatsschülern an. Doch warum gerade zu dieser Zeit, wie ist die besondere Situation?

Leben wie in Wartestellung – wenn der Mittelpunkt fehlt:
Neuorientierung für Mütter von Internatschülern

So unterschiedlich die einzelnen Mütter von Internatsschülern sind, so verschieden sind auch ihre Problemstellungen. Wer vorher zugunsten der Kinder zuhause blieb, findet sich nun in einer Art Wartestellung. Einerseits ist der Grund für das Hausfrauendasein, das Kind, nun nicht mehr da. Andererseits reicht die Nabelschnur ja noch so weit wie die Telefonverbindung. Und Anrufe, bei denen geweint wird, gibt es immer wieder. Die Mutter sitzt nun da, versucht aus der Ferne zu helfen, kann aber nicht direkt einschreiten und bleibt mehr oder weniger mitleidend zurück. Auch wenn die akute Situation sich oft schon dadurch entspannt, dass das Kind mit der Mutter sprechen konnte, so heißt das für sie immer wieder, dass Zweifel aufkommen. War es richtig, das Kind dort unterzubringen? Wieviel Heimweh ist normal in der Eingewöhnungsphase? Soll ich aktiv werden und mit Lehrern Kontakt aufnehmen oder nur von hier aus beistehen und beraten? Hinzu kommt oft eine private Leere. Oft gehen Kontakte in die Brüche, die vorher, aufgrund eines gemeinsamen Alltags bestanden und gepflegt wurden. Die Internats-Mutter fühlt sich nicht verstanden von den anderen Frauen, ist oft regelrecht isoliert. Manche meiden regelrecht gesellschaftliche Zusammenkünfte, nur um nicht immer danach gefragt zu werden, was sie denn beruflich machen. Eine Neuorientierung, ein Wiedereinstieg in den Beruf erfordert Zuversicht und sicheres Auftreten. Das Selbstbewusstsein liegt aber gerade am Boden. Sich aus dieser Situation heraus wieder etwas aufzubauen, ist schwer. Die Neuorientierung für Mütter von Internatsschülern kann hier ein wertvoller Lösungsansatz sein.

Plötzlich Ferien – aber kaum Zeit für die Kinder

Frauen, die die ganze Zeit über in Vollzeit gearbeitet haben, stehen während der Internatszeit vor einem anderen Problem: Schulferien sind locker mehr als zehn Wochen im Jahr, aber wer bekommt so viel Urlaub? Zu den Ängsten und Zweifeln, ob die Entscheidung fürs Internat die richtige war, kommt ein massiv schlechtes Gewissen. Auch hier ist es wichtig, das Chaos im Kopf systematisch abzubauen und die Prioritäten wieder richtig zu setzen. Kurzfristig kann es helfen, wenn man während der Ferien einzelne Tage gezielt zu kleinen Ausflügen nutzt. Fernab von zuhause und dem Alltag, in dem ja doch jeder seine eigene Ablenkung findet, kann so ein ganzer Tag vieles wiedergutmachen, was an gemeinsamer Zeit sonst fehlt. Smartphones sollten natürlich am besten zuhause bleiben. Wichtig ist es jetzt, besser einschätzen zu lernen, wie sehr ein alarmierender telefonischer Hilfeschrei zu bewerten ist, ob tatsächlich immer ein schwerwiegendes Problem dahinter steckt, oder sich der Sprössling nur mal eben bei Mama ausweinen wollte. Diese gemeinsame Zeit hilft enorm, die darauffolgende Trennung besser zu verarbeiten.

Der Selbstcheck hilft zu sehen, wo du stehst und wo du hin willst.

In dieser besonderen Situation – ob nun als berufstätige Mutter oder Hausfrau – ist es wichtig, sich selbst wieder auf- und auszurichten. Die Neuorientierung für Mütter von Internatsschülern geht am besten Schritt für Schritt. Was ist mir wichtig, woran habe ich Freude, wo liegen meine Talente? Hinfallen und ratlos da liegen, das ist auch immer die Phase, bevor man wieder aufsteht und etwas Neues beginnt. Wir alle wissen doch, wie oft wir im Rückblick auf eine schlimme Situation sagen „aber im Nachhinein war es gut, dass es so gekommen ist.“ Nur können wir direkt, wenn das Chaos die Oberhand hat, noch nichts Gutes erkennen. Aus diesem Grund ist der Selbstcheck so aufgebaut, dass es jeden Tag Fragen zu beantworten gibt, es wird bewertet, was gelungen ist und was noch als Herausforderung ansteht und ganz langsam ändert sich dabei unbewusst der Fokus. So wie bei dem bekannten Bild von dem Glas, was halb voll oder auch halb leer ist, so ist es auch im Hinblick auf das eigene Leben wichtig, einen liebevollen Blick zu bekommen. Es ist eine besondere Situation, mit der eine Mutter plötzlich konfrontiert wird und mit der sie alleine da steht. Umso wichtiger aber, aus dieser Isolation eine neue Kraft zu entwickeln. Der Selbstcheck über 14 Tage ist dabei eine wertvolle Hilfe.

 

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