Als sich damals der Torwart Robert Enke das Leben nahm, wurde Depression und alles, was damit einhergeht, plötzlich zum Thema in den Medien. Immer wieder kam dabei dieser klischeehafte Dialog hoch, bei dem der eine sagt „reiß dich doch mal zusammen“ und der andere immer nur mit den Schultern zuckt und sagt „geht nicht!“. Doch was für die Krankheit Depression gilt, das ist im Prinzip vergleichbar mit der ganz normalen Traurigkeit, die uns alle manchmal erwischt: Du kannst dich einfach nicht selbst am Kragen aus der Grube ziehen. In abgeschwächter Form, eben dann wenn du einfach nur verzweifelt und mutlos bist, kennst du das sicher. Dir geht es nicht gut, du siehst an allem um dich herum nur das Negative und so als ob sich hier gerade eine negative Prophezeiung erfüllt, passiert scheinbar immer nur ein neues Unglück nach dem anderen. Für solche Tage möchte ich dir heute zwei Techniken an die Hand geben. Die eine ist der „Gedankenstopp“.

Sag „Stopp!“ zu den traurigen Gedanken

Wie bei einer Gymnastikübung, bei einem Selbstverteidigungskurs, wo du den Arm hebst und „Stopp, Halt!“ signalisierst, so kannst du das auch in Gedanken tun. Sobald du dich dabei erwischt, wieder negativ ausgerichtet zu sein, rufe innerlich „stopp“ und setze dem traurigen Gedanken sofort einen positiven entgegen. Am schnellsten und einfachsten geht das, indem du dich ganz bewusst an einen schönen Moment in deinem Leben erinnerst: den erste Kuss, den ersten Urlaub ohne Eltern, die Geburt deines Kindes oder als du es zum ersten Mal im Arm gehalten hast. Wir alle haben so einen Vorrat an wunderbaren Erinnerungen in uns, nun musst du diese Erinnerungen einfach nacheinander abrufen. Das hört sich vielleicht simpel an, aber probiere es aus! Diese Methode ist ebenso einfach wie wirkungsvoll.

Neue Ausrichtung mit einem einfachen Wortspiel

Hast du die negativen Gedanken mit dieser Technik in den Griff bekommen, ist der nächste Schritt gewissermaßen die Neuprogrammierung deiner Gedankenwelt. Hier greife ich gerne auf einen Tipp von Vera Birkenbihl zurück. Im Grunde kannst du mit einem Wortspiel den Moment, in dem dein Bewusstsein negativ ausgerichtet ist, für dich umkehren. Nimm dir ein positiv besetztes Wort und schreibe Buchstabe für Buchstabe in großen Lettern auf einen Zettel. Nehmen wir zum Beispiel „LEBENSFREUDE“. Nun suchst du dir für jeden einzelnen Buchstaben ein neues Wort, das beschreibt, was du benötigst, um diese Lebensfreude zu erreichen. Da kann bei dem L etwas „Leichtigkeit“ stehen, bei dem B das „Bewusstsein“, R steht für „Respekt“ oder D für dranbleiben… Du wirst schnell merken, dass alleine durch die Beschäftigung mit diesen Begriffen dein Bewusstsein verändert wird. Stück für Stück ändert sich dein Fokus und deine Gedanken richten sich weg von dem Negativen, das dich eigentlich belastet hatte, hin zum Fokus auf eine glückliche Zukunft.

 
Beide Methoden haben sich hundertfach in der Praxis bewährt. Warum es manchmal so einfach sein kann, das erschließt sich dir schon, wenn du dir einfach einmal vorstellst, nicht du, sondern deine Freundin hätte dein Problem. Bestimmt kämen dir viele Ideen in den Sinn, wie man ihr helfen oder was man tun könnte, wenn man an ihrer Stelle wäre. Nur geht es ja jetzt gerade um dich! Und um sich wirklich selbst am Kragen aus dem Schlamassel zu ziehen, braucht es eben ein paar Tricks.

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