Koffer packen fürs Internat


Immer wieder berichten mir Eltern, dass das Koffer packen fürs Internat eine besondere Herausforderung für sie sei. Alle, insbesondere aber die Eltern, sind unter Druck und empfinden es oft so, als sei der korrekt und mit allen wichtigen Dingen gepackte Koffer die Eintrittskarte ins Wohlfühlinternat. Verabschieden Sie sich von diesem Gedanken!

Natürlich ist es wichtig, Listen abzuarbeiten, abzuhaken wie viele Socken, Unterwäscheteile und Schulmaterialien mitkommen. Doch genau dafür gibt es ja diese Listen. Ich möchte Sie vielmehr ermuntern, das gemeinsame Kofferpacken zu einem Akt der Vorbereitung zu machen, zu einem gemeinsamen Erlebnis, das die Vorfreude aufs Internat steigert und die Verbundenheit zwischen Ihnen und Ihrem Kind stärkt. Und…. mal ehrlich… wir leben in einer zivilisierten Welt. Es gibt im Grunde nichts – außer vielleicht einer Zahnspange oder einer Brille, die man aber noch per Post senden kann – was das Kind sich vor Ort nicht im Notfall kaufen könnte.

Wenn Ihr Kind ins Internat zieht, dann ist das auch ein erster Schritt in Richtung Erwachsenwerden, vergessen Sie das nicht

Solange unsere Kinder mit uns irgendwohin fuhren, konnten sie sich immer darauf verlassen, dass egal was sie selbst vergessen, wir das schon bedenken würden und immer Ersatz dabei hätten oder schnell besorgen könnten. Jetzt kann es natürlich sein, dass ihr Kind eine Frustration erlebt, wenn es im Internat feststellt, dass sein Lieblingsbuch, das Ladekabel fürs Handy oder der Lieblingsschlafanzug vergessen wurde. Aber daran wird Ihr Kind wachsen! Trauen Sie ihm das ruhig zu. Trotzdem wollen wir alle natürlich solche negativen Erlebnisse möglichst vermeiden. Deswegen versuchen Sie, beim Einpacken schon ans Auspacken zu denken. Wie wird sich Ihr Kind fühlen, wenn es allein in seinem neuen Zimmer im Internat ist und seinen Koffer auspackt?

Wenn es im Bett riecht wie zuhause, schläft man besser!

Bettwäsche und Handtücher von zuhause lassen ein vertrautes Gefühl aufkommen. In den Internaten ist es unterschiedlich geregelt, was mit schmutziger Wäsche passiert. Sind die Heimfahrwochenenden so eng getaktet und werden die Kinder mit dem Auto abgeholt, kann man zuhause waschen. Natürlich hat das auf den ersten Blick den Nachteil, dass Sie selbst einen Teil der kostbaren gemeinsamen Zeit mit Waschen und Pflege der Sachen verbringen. Diese und weitere Fragen kommen auf. Schulkleidung ist in vielen Internaten Standard. Neuankömmlinge erhalten zuvor eine Liste zum Mitnehmen. Diese sollte Sie systematisch abarbeiten. Hinzu kommen persönliche Dinge wie Medikamente, Schulutensilien, Fotos, Laptop etc. Unsere Kinder hatten immer eigene Kopfkissen und Bettdecken mit. Die Frage, ob neben dem vertrauten Bettzeug auch das geliebte Kuscheltier mitkommen soll, muss man genau abwägen. Kinder könnten gemein sein, wenn sie Anlass für Spott finden.

Beim Koffer packen fürs Internat an Eventualitäten denken

Es geht dabei ja nicht nur um die Kinder, auch als Mutter sollte das Gefühl vorhanden sein, dass alles was benötigt wird da ist. Geht das Kind in ein deutsches Internat, wird es meist von den Eltern gebracht und das Auto bietet genügend Platz – bei unseren zwei Töchtern wurde dennoch jeder Zentimeter geplant, denn alles musste in ein Auto passen, um doch noch eine extra Tasche oder das Schuhregal mitzunehmen, den Fatboy und der große Spiegel, die eigene Bettwäsche. Unsere Töchter hatten ihre Vorlieben.

Mir war es wichtig, dass die alternativen Medikamente mitkamen. Dadurch, dass ich in meiner beruflichen Historie auch Heilpraktikerin war, lag es mir am Herzen, dass unsere Kinder für Eventualitäten versorgt waren. Denn erfahrungsgemäß riefen sie zunächst mich an, wenn es irgendwo zwackte oder weh tat. In dem Augenblick als Mutter helfen zu können, beruhigt das eigene Gemüt. Auch die Wärmflasche gehörte dazu…

Emotionen sind immer mit im Spiel

Sehr gut erinnere ich mich noch an meine eigenen Gefühle, damals, als es darum ging, die Kinder mit allem zu versorgen, was sie in der Ferne brauchen würden. Sie geben ihr Kind ja nicht nur ins Ferienlager, die Entscheidung Ihr Kind in ein Internat zu geben bedeutet auch, dass die Fürsorge über viele Jahre von anderen Menschen für diese Zeit übernommen wird. Sie verbringen zukünftig sogar mehr Zeit mit dem Kind als man selbst! Verlustängste, Zweifel, Unsicherheiten, Verurteilungen von außen und Vieles mehr wühlt bewusst und unbewusst auf! Für die Kinder ist es ebenso spannend und mit Ängsten verbunden.

Die Eltern aber müssen hier Klarheit, Entschlossenheit und Sicherheit vermitteln, damit sich das Kind wohlfühlen kann und einen guten Start erfährt

Doch daran mangelt es oft, da eigene Unsicherheiten überschwappen. Die Haltung der Eltern und oftmals besonders der Mütter überträgt sich auf die Vorbereitungen und den Einstieg ins Internat – die letzten Tage und Stunden zuvor. Das ist aber völlig normal und darüber braucht sich niemand Sorgen zu machen! Im Coaching stehe ich Eltern und Kindern für Klärung, Reflektion und Austausch zur Seite.

Es ist zudem ein Unterschied, ob das Kind mit 10 oder mit 16 Jahren zum ersten Mal ins Internat geht

Für jede Familie, die den Neustart vor sich hat, ist die Situation tiefgreifend! Noch heute denke ich Ende des Sommers an die Familien, die die Ferienzeit abschließen und / oder wo es um einen völlig neuen Start ins Leben geht und was der Umzug in ein Internat bedeutet. Und jedes Jahr berühren mich diese Erinnerungen – einerseits voller Stolz und dem Bewusstsein meinen Kindern etwas Tolles geboten zu haben. Andererseits aber auch der damit verbundene Druck als Mutter, hier und auf genau diese Art und Weise loszulassen. Beim Koffer packen fürs Internat ist es oft der Gedanke an praktische Erwägungen, der einem hilft, die Emotionen unter Kontrolle zu bekommen.

Gemeinsame Zimmer – Ordnung ist wichtig, Deko aber auch!

Körbe und Boxen waren immer sehr hilfreich, wenn es darum ging das Internatszimmer einzurichten, aber auch die persönliche Dekoration darf nicht fehlen. Jedes Jahr zum Schulanfang bekamen unsere Kinder eine Kollage des vergangenen Jahres mit besonders schönen oder lustigen Momenten unserer gemeinsamen Zeit, von Reisen oder wenn Freunde unserer Töchter bei uns übers Wochenende zu Besuch waren. Selbstverständlich hatten sie zusätzliche Dinge mit. Fotos, Karten, Poster, Lichterketten etc. Um diese Dinge wurden sich schon Wochen vorher Gedanken gemacht.

Die Freundinnen, mit denen Sie gemeinsam ins Zimmer zogen standen meistens fest, nur das Zimmer selbst, das sie beziehen würden, war noch offen. Sie diskutierten, wer nimmt was mit? Was können wir noch gebrauchen und was macht unser Zimmer einzigartig, gemütlich und cool? Dazu durfte auch eine Notfallbox gegen Heimweh nicht fehlen.

Koffer packen fürs Internat – Vorfreude kommt auf!

Hilfreich ist es, nicht alles in den ersten Wochen perfekt haben zu wollen sondern auf die Rückmeldung der Kinder zu warten, die bald feststellen was ihnen im neuen Alltag im Internat noch fehlt. Üblicherweise legen die Eltern viel Wert darauf, dass sofort alles da ist. Die eigenen Kinder sollen den alten Hasen in nichts nachstehen. Bei einer Neueinschulung im Internat macht es jedoch Sinn, zunächst zu schnuppern und den Bedarf genau zu prüfen. Der erste Einzug ins Internat ist ein wichtiger Schritt in einen neuen Lebensabschnitt, für Kinder wie auch für die Eltern. Jedem Neuanfang wohnt aber auch ein Zauber inne. Sie haben es in der Hand, den Start für Ihre Kinder besonders angenehm zu gestalten!

Hierfür wünsche ich Ihnen gutes Gelingen bei allen Überlegungen, sowie beim Koffer packen fürs Internat!

Sie benötigen Unterstützung bei der Internatswahl oder zweifeln Sie Ihre bereits getätigte Entscheidung an?
Möchten Sie gern mit jemandem sprechen, der Sie und Ihre Emotionen zum Thema Internat versteht?
Gern bin ich für Sie da. Passen wir zueinander?

Ihre Petra Moje

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