Das Bild von Engelchen und Teufelchen, die einem auf den Schultern sitzen und versuchen, einen in gegensätzlicher Weise zu beeinflussen, das kennst du bestimmt. Doch ganz so krass, dass du dich zwischen Gut und Böse entscheiden sollst, muss gar nicht immer sein. Denn auch in völlig alltäglichen Situationen gibt es doch oft eine Art inneren Kritiker in dir. Eine Stimme, die dich warnt, die deine Bedenken vorträgt und dann eine andere, die dazu rät, einmal mutig zu sein und neue Wege zu beschreiten. Gerade die sensibleren Menschen können von solchen inneren Dialogen berichten. Aber wie findest du deinen Weg, wenn der innere Widerstreit gerade tobt?

Vom Familienstellen für dich selbst lernen. Den inneren Kritiker erkennen!

Im Laufe meiner vielfältigen Aus- und Weiterbildung hatte ich auch spannende Begegnungen während des Familienstellens nach Bert Hellinger. Dabei trifft sich eine Gruppe von Menschen, um eigene Lebensprobleme aufzulösen und sich dabei eines Stellvertreters zu bedienen.

Gerade am Beispiel von familiären Konflikten gibt es hier oft verblüffende Erlebnisse. Da nimmt eine junge Frau zwei völlig fremde Personen, stellt sie in die Mitte und sagt ihnen nur, für welche Verwandte von ihr sie nun stellvertretend sein sollen. Und plötzlich berichten diese Stellvertreter von Empfindungen und Eindrücken, die die gemeinte Person tatsächlich schon gehabt hatte. Es können sich schwelende Konflikte lösen, Fremde nehmen die Haltung und auch die Gefühlswelt der eigenen Familienmitglieder ein und etwas kann geklärt werden, das aufzulösen im wirklichen Leben mit den Betroffenen noch nicht möglich war.

Diese Effekte habe ich Stück für Stück ganz bewusst in meine Trainings eingebaut. Konkret auf den inneren Kritiker bezogen ist mein Quicktipp: Einfach mal zwei Stühle gegenüber hinstellen – in einem Umfeld, wo du nicht gestört werden kannst – und dann ganz bewusst den beiden widerstreitenden Positionen jeweils einen Platz zuweisen.

Diese äußere Umsetzung der zwei Argumentationsbasen führt dazu, dass du jeder Stimme Raum geben kannst und ganz bewusst auf dem jeweiligen Stuhl sitzend in dich spüren kannst, welche Emotionen hinter den sachlichen Argumenten verborgen sind. Dadurch, dass du auch räumlich immer eine andere Position einnimmst, wirst du merken, dass sich deine Stimme, ja womöglich auch deine Haltung ändert. Das hilft dir, deine eigenen unbewussten Bedenken klar zu erkennen und zu benennen. Am Ende kannst du sicherer abwägen, wo eine unbegründete Angst und wo eine sinnvollerweise warnende Botschaft verborgen ist. Gerade dieser aktive Wechsel zwischen den beiden Stühlen kann dann auch dazu führen, dass du zu neuen Ergebnissen kommst. Und da kündigt sich etwas an, was dein Leben nachhaltig verändern kann:

„Wenn du etwas erleben willst, das du noch nie erlebt hast, dann musst du etwas tun, was du noch nie getan hast“ ist eine bekannte Weisheit.

Tatsächlich wiederholen sich aber in deinem Leben bestimmte Entwicklungen mit einer deutlichen Regelmäßigkeit einfach deswegen, weil du fortwährend so reagierst, wie du es immer getan hast. Wege und Bahnen, die du aufgrund deiner Lebenserfahrung aufgetan hast, die du nun immer wieder aufs Neue beschreitest, führen dich eben nur dort hin, wo du schon einmal warst. Das Leben und Wachsen ist aber davon geprägt, dass du dich auch mal in unbekannte Gefilde wagst, nur so kannst du neue Erfahrungen sammeln und neue Seiten an dir entdecken. Der innere Kritiker ist also kein ständiger Bremser, sondern vielmehr ein Wegbereiter deiner persönlichen Weiterentwicklung.
Ich wünsche dir gutes Gelingen und sende herzliche Grüße und Gedanken!

 

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