In meiner Zeit als Business-Trainerin und Coach habe ich immer wieder das Augenmerk auf Mitarbeiter gelenkt, deren besondere Fähigkeiten in großen Unternehmen nicht erkannt und daher auch nicht genutzt werden können: Die HSP – die so genannten hochsensiblen Personen. Dieser Begriff geht auf eine Veröffentlichung der Psychologin Elaine Aron zurück, sie beschreibt darin ein angeborenes Phänomen, das immerhin bei 15 bis 20 % aller Menschen zu finden ist. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Sie zeichnen sich durch bestimmte angeborene Charaktereigenschaften aus, die auf den ersten Blick unvereinbar mit der typischen Arbeitswelt sind: Hochsensible Mitarbeiter ziehen sich häufig zurück, tendieren zur Schüchternheit und werden gerne übergangen, da sie ihr Können unter den Scheffel stellen. Informationsflut, Hektik und eine starke Geräuschkulisse beeinträchtigen sie in ihrer Konzentration. Das liegt daran, dass Hochsensible in kurzer Zeit sehr viel mehr Informationen, Details und Eindrücke wahrnehmen als andere Menschen. Eine Tatsache, die viel Energie kostet, und daher leiden Hochsensible unter Reizüberflutung und hören sozusagen permanent die „Flöhe husten“. Das verursacht Stress. Wenn du mehr wahrnimmst als die Menschen um dich herum, fällt es dir umso schwerer, die unwichtigen von den wichtigen Ereignissen zu trennen und Prioritäten zu setzen.

Sensibel für die eigene Situation? Dann bist du ein Gewinn für andere!

Immer wieder habe ich dafür plädiert, diese Menschen in besonderer Weise in die Unternehmensabläufe mit einzubeziehen, die positiven Effekte, die mit ihrer Sensibilität einhergehen, gezielt zu nutzen. Das Gleiche gilt natürlich auch im Privatleben. Wenn du mehr von dem wahrnimmst, was deine Mitmenschen beschäftigt, dann kannst du schneller im Gespräch mit ihnen auf den Punkt kommen, dahin, wo es etwas zu bewegen gibt. Allerdings gibt es da auf der anderen Seite ja noch deinen persönlichen Stress. Und genau hier helfen dir vier einfache Quick-Tipps von mir. Je nachdem, wie die Situation gerade ist und was für ein Typ du bist, kommen sie alle für dich in Frage. Du brauchst nur ein paar Minuten und einen ruhigen Raum. Im Zweifel ist hier das Badezimmer der ideale Rückzugsort. Wo sonst hast du wirklich deine Ruhe?
Wichtig ist, wenn dich Stress und deine Hochsensibilität belasten, dann mach es dir möglichst rosarot – das wünsche ich dir!

Entwickle deine persönliche Stärke und Hochsensibilität – atme Eigenschaften ein

Schließe die Augen kurz und versuche, dich in deinen Körper hineinzufühlen. Welche Bedürfnisse hat er gerade? Braucht er frische Luft, eine Getränk, etwas Bewegung? Welche Eigenschaften könnten dir jetzt gerade helfen? Gute Laune? Power, Geduld? Ausgeglichenheit oder Kreativität? Nimm nun ganz bewusst drei bis fünf Atemzüge pro Eigenschaft und stell dir vor, dass du diese ganz wörtlich einatmest. Das Faszinierende dabei: Es funktioniert! Allein schon deshalb, weil du diese Eigenschaften ja tatsächlich immer in dir trägst. Mit dieser Übung bringst du sie wieder an die Oberfläche.

Entspanne an deinem Wohlfühlort!

Wenn du denkst, das du inneren Rückzug brauchst, dann solltest du dich an einen imaginären Raum begeben: deinen persönlichen Wohlfühlort. Stell dir genau vor, wie es dort riecht, welche Temperatur dort herrscht und was für Geräusche zu hören sind. In meinem Fall ist das übrigens ein luxuriöser Hochsitz. Er steht am Rande eines Strandes und ist von Bäumen umgeben. Schattig und warm. Oben auf dem Dach sitzt ein Adler, der alles für mich überblickt und mich warnt, wenn mir jemand zu nahe kommt. An diesem Ort gelingt es mir, schnell und effektiv aufzutanken. Um diesen Ort schnell zu erreichen und wirkliche Erholung zu finden, braucht es etwas Übung, aber es lohnt sich, dran zu bleiben!

Akupressur-Punkte helfen beim Konzentrieren

Einfach mal sich selbst „die Ohren lang ziehen“, das kann helfen, deine Sinne wieder zu schärfen und die Aufmerksamkeit in eine bestimmte Richtung zu lenken. Im Ohr befinden sich viele Reflexpunkte für Körper, Geist und Seele. Durch eine simple Ohrmassage bringst du deine aufgestauten Energien wieder zum Fließen:
Daumen und Zeigefinger massieren den äußeren Rand der Ohrmuschel. Die Bewegung erfolgt vom oberen Rand nach unten zum Ohrläppchen. Bitte ziehen Sie dir dabei selbst die Ohren lang! Diese Ohrmassage sollte beidseitig mindestens dreimal durchgeführt werden, du kannst sie beliebig oft am Tag wiederholen.

Wenn der Kopf zu voll ist, beschäftige deine Hände

Ein guter Trick für diejenige, die sich am besten in der Bewegung entspannen, ist diese einfache Jonglier-Übung: Du nimmst dir zwei kleine Bälle (Mandarinen, Papierkugeln, Tücher gehen genauso!) und wirfst sie mit beiden Händen immer wieder ein Stück hoch, um sie dann mit den gekreuzten Händen wieder aufzufangen. Um ein Gefühl für den Wurf zu bekommen, kannst du die ersten paar Male deine Hände in ihrer Position belassen und einfach nur ein Stückchen hochwerfen und wieder fangen. Wichtig ist hierbei: Wenn du später die Hände kreuzt, dann achte darauf, dass beide im Wechsel oben bzw. unten sind.
Deine Aufmerksamkeit wird bei dieser Übung ganz automatisch zu deinen Händen gelenkt, alleine das sorgt schon dafür, dass der Kopf sprichwörtlich „ein bisschen durchatmen“ kann, für einen Moment wieder frei wird.

 

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