Wenn du beim Frühstück etwas Milch verschüttest, ist das erste kleine Problem des Tages offensichtlich. Sprichwörtlich ist das eine Herausforderung, die du „mit einem Wisch“ meistern kannst. Neben diesen ganz offensichtlichen Schwierigkeiten gibt es aber eine Vielzahl von Problemen, die dich einige Tage oder sogar Wochen beschäftigen, die du mit dir herumträgst – ohne dass du sie so einfach sehen kannst, wie die Milchpfützen auf dem Frühstückstisch. Es sind diese Probleme, die du weglächelst, wenn dich jemand

fragt, wie es dir geht und die, deren Last du immer spürst. Dabei misst sich die Schwere so eines Problems gar nicht daran, wie kompliziert oder anstrengend seine Lösung wäre, nein, einfach weil es existiert und noch nicht behoben ist, wiegt es schwer. Im Rahmen meiner Business-Trainings habe ich da eine ganz effektive kleine Übung entwickelt, die dabei helfen kann, diese unsichtbaren Belastungen sichtbar zu machen.

Zu Beginn des Seminars gab ich am Morgen jedem Teilnehmer einen Luftballon. Er sollte nun mit der Luft all seine aktuellen Sorgen hineinpusten und ihn dann mit einer etwa 30 bis 40 cm langen Schnur an seinem Bein festbinden. Nun sollte er den Luftballon über den ganzen Tag während des Seminars mit sich herumschleppen. Was passierte, waren zwei Dinge, und beide waren gleichermaßen spannend. Zum einen berichteten mir einzelne Teilnehmer, dass sie sich zwar morgens, beim Füllen des Ballons mit ihren Sorgen beschäftigt hatten, sie aber dann im Laufe des Tages den Eindruck hatten, diese seien ja nun vorübergehend im Ballon gefangen und könnten sie somit gerade nicht belasten. Auf der anderen Seite störte der Ballon natürlich immens. Als sie abends den Knoten wieder lösen durften, waren sie erleichtert. Ich versicherte ihnen, dass auf eine ganz ähnliche Weise auch ihre Probleme durch eine Art Knoten zu lösen seien.


Wie du es schaffst, dass sich Probleme in Luft auflösen


Fakt ist doch:
Ein Problem sollte dich erst dann gefühlsmäßig herunterdrücken, wenn du es löst! Das ist anstrengend, dafür brauchst du deine Kraft. All die Tage oder Wochen vorher, in denen du denkst „am soundsovielten fährt mein Kind zurück ins Internat“ hab ich wirklich an alles gedacht, oder „in zwei Wochen muss ich mich entscheiden, ob ich das Coaching über 9 Wochen wähle, oder lieber über 6 Monate“, diese Überlegungen können dich schwächen. Aus dem Grund bin ich auch dagegen, Probleme wegzuklopfen. Um Blockaden zu lösen und sich von Glaubenssätzen zu trennen, wird immer wieder eine bestimmte Klopftechnik empfohlen. Aber in Wahrheit arbeitest du auf fast sinnlose Weise gegen dein Problem an, wenn du es mithilfe der Klopftechnik verschwinden lassen willst. Und ähnlich wie es sich mit den Trollen im Internet verhält, die Gespräche durch unsinnige und provozierende Kommentare stören, so ist es auch mit dem geklopften Problem: Es wird wichtig, wenn es Aufmerksamkeit bekommt. Dabei wird es aber leicht überbewertet. Eine gute Methode, um die schwelenden und später zu lösenden Probleme an den richtigen Platz zu verweisen ist es auch, sich jeden Tag gezielt 30 Minuten Zeit für aktuelle Sorgen zu nehmen. Schau auf die Uhr, lege dich bewusst gemütlich hin und dann… mach ein Nickerchen!

Du wirst sehen, viele Dinge erledigen sich von allein, wenn du nur den Fokus heraus nimmst. Ziehe sie nicht ohne Not in dein Leben und lasse sie dich begleiten wie ein lästiger Luftballon, den du an deinem Bein festgebunden hast. Oder – um bei dem Bild von Frühstück zu bleiben: Die Milch spielt eine Rolle in dem Moment, in dem du sie wegputzt. Nicht wenn sie verschüttet wird und nicht solange, bis du sie wieder beseitigst.

Einer meiner Lieblingssprüche ist:

Schick‘ dein Problem dorthin, woher es gekommen ist!

In diesem Sinne wünsche ich dir eine besonders gute Zeit und erfreu‘ dich an den Nickerchen…

 

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