Entscheidungsmethode 6 W und 10 - 10 -10 - Petra Moje

Manchmal muss man kurzfristige eine Entscheidung treffen, die langfristig Folgen haben wird. Das ist im Business genauso wie im Familienleben. Aus den vielen Jahren meines Coachings haben sich gerade für die wichtige Frage, ob das Kind ein Internat besuchen soll oder lieber eine Schule vor Ort, zwei sehr erprobte Entscheidungsmethoden als besonders geeignet erwiesen. Ich möchte Ihnen beide, die sogenannten Entscheidungsmethoden 6 W & 10-10-10 Methode hier näher vorstellen.

Auch gerade aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Entscheidungsfindung immer ihre Zeit braucht. Es kommt darauf an, mit dem richtigen Quäntchen Intuition die anstehenden Probleme im Kopf und im Herzen zu bewegen. In so einer Entscheidungssituation ist daher niemand völlig sachlich. Trotzdem muss man handeln und die Risiken, das Für und Wider, genau abwägen. Damit am Ende eine Lösung steht, mit der man auch in den nächsten Jahren noch glücklich ist, bietet sich die 6 W & 10-10-10 Methode an. Kommen wir als erstes zur Entscheidungsmethode 10-10-10.

Entscheidungsmethode 10 - 10 - 10 - Petra Moje

Ursprünglich von einer amerikanischen Wirtschafts-Journalistin entwickelt, nimmt diese Entscheidungsmethode Sie und Ihre ganze Familie quasi mit auf eine Zeitreise – Sie werfen einen Blick in die Zukunft.

Entscheidungsmethode 10-10-10 hilft weiter

Ganz wichtig ist hierbei, am Anfang genau herauszuarbeiten, welches Problem allen anderen zugrunde liegt. Beispielsweise denken Sie darüber nach, Ihr Kind in ein Internat zu geben, weil es in der örtlichen Grundschule immer wieder Probleme gab. Als nächstes sollten Sie danach schauen, wo die Ursache dafür liegen könnte. Vermutlich haben Sie schon oft das Gespräch mit den Lehrern gesucht. Steckt dahinter, dass Ihr Kind beispielsweise hochbegabt ist und in einer Klasse mit 30 anderen nicht individuell gefördert werden kann, dann bietet sich der Besuch eines guten Internates womöglich an. Das ursächliche Problem ist hier aber nicht „mein Kind kommt in der Schule nicht klar“, sondern „mein Kind hat eine besondere Begabung und sollte optimal darin unterstützt werden, sie zu nutzen“.

Bei der Entscheidungsmethode 10-10-10 kommt es dann darauf an, alle Fakten zusammenzutragen, die für Ihre Entscheidung wichtig sind.

Am besten setzen Sie sich in Ruhe hin und sammeln die verschiedenen Aspekte auf einem Blatt Papier oder im Computer. Hier sollten sich alle Familienmitglieder beteiligen.
Die Frage, ob das Kind in einem Internat die optimale Schulausbildung erhalten würde, sollten Sie auf mehreren Ebenen beantworten: Was bedeutet die Anmeldung im Internat für Ihre Familie in

… zehn Minuten?
… zehn Monaten?
… zehn Jahren?

Wenn Sie die Antworten auf diese Fragen gewissenhaft suchen, durchleben Sie ganz automatisch die vor Ihnen liegende Zeit schon gedanklich. Am konkreten Beispiel bedeutet das:
Zehn Minuten, nachdem Sie für das Internat gestimmt haben, wird Ihr Kind vielleicht seinen besten Freund anrufen und davon berichten. Der ist einerseits traurig, wird sich aber damit trösten lassen, dass man sich am Wochenende sehen kann und damit, dass es Ihrem Kind dort während der Schulzeit wahrscheinlich sehr viel besser gehen wird.

In zehn Monaten wird Ihr Kind schon Freundschaften geschlossen haben. Die Abläufe im Internat werden ihm vertraut sein und der Wechsel zwischen Elternhaus und Schule ist Routine geworden.

In zehn Jahren hat Ihr Kind vielleicht seinen Abschluss und ist mit den Mitschülern eng verbunden. In einem Internat ist man auch nach dem Unterricht nicht alleine. Wenn man sich konkret ein Szenario in zehn Jahren vor Augen hält, fallen einem Situationen ein, die sich immer am Ende einer gemeinsamen Schulzeit ergeben: Die Jugendlichen sitzen zusammen, bevor es sie zu Ausbildung und Studium in alle Winde verteilt und erinnern sich. „Weißt du noch, dein erster Tag im Internat…?“

Mit der 10-10-10 Entscheidungsmethode werden einzelne Lebenslagen vorstellbar, die Konsequenzen einer Lebensentscheidung lassen sich ein Stück weit vorhersehen und werden damit greifbarer.

Damit ist auch der letzte Schritt dieser Entscheidungsmethode klar: Mit allen Informationen und auch den Emotionen, die Sie hervorgeholt haben, können Sie jetzt einen Abgleich zu Ihren eigenen Werten, Überzeugungen, Zielen und Träumen machen.

6 W & 10-10-10 Methode – Entscheiden Sie sich…

Die 6 W Methode – im Business effektiv, zuhause ebenfalls hilfreich

Einen ähnlichen Ansatz, wenn auch in der Umsetzung anders, hat die 6 W Methode. Sie wurde ursprünglich vom Gründer eines großen japanischen Automobilkonzerns entwickelt. Im Arbeitsleben ist sie auch als 5-why-Methode bekannt. Vielleicht wird es Ihnen am Anfang schwerfallen, zu jedem Fragewort sechs verschiedene, sinnvolle Fragen zu finden. Doch Sie sollten sich dazu zwingen!

Am Ende steht ein Erkenntnisgewinn, der die 6 W Methode zu einem wertvollen Werkzeug für Sie macht.


Beispiel:

Wer wäre der beste Kandidat als Abteilungsleiter?
Wer käme noch in Frage?
Wer hat die besten fachlichen Voraussetzungen?
Wer bringt die zwischenmenschliche Kompetenz mit?
Wer rechnet damit Abteilungsleiter zu werden?
Wer sollte in den Augen der Kollegen Abteilungsleiter werden? 

Was sind die wichtigsten Voraussetzungen für einen guten Abteilungsleiter?
Was soll der Abteilungsleiter fachlich mitbringen?
Was soll er zwischenmenschlich mitbringen?
Was soll er zukünftig umsetzen?
Was müsste er vermeiden?
Was könnte er noch tun?

Wo… (6 Varianten)
Wann… (6 Varianten)
Wie… (6 Varianten)
Warum… (6 Varianten)

Den Abschluss bildet diese Frage:
Was ist meine Erkenntnis daraus?


Die 6 W Entscheidungsmethode: Wer hat was wann wo wie warum getan?

Entscheidungen treffen 6 W-Methode

Wer hat was wann wo wie warum getan?
Was weiß ich jetzt über die Situation?
Was müsste ich zusätzlich wissen, um eine gute Entscheidung treffen zu können?
Welche Gründe gibt es, dass ich die Entscheidung nicht sofort treffen kann?
Was genau ist das? Was ist die Konsequenz daraus?
Welches ist jetzt der erste Schritt?


Immer wieder habe ich ein Stöhnen gehört, wenn ich Führungskräften aus Unternehmen die 6 W-Methode nahegelegt habe

Tatsächlich funktioniert sie aber in der Praxis so gut, weil sie hervorbringt, was wir ohnehin schon im Kopf haben: Alle Fakten, die wir uns vor Augen führen müssen, wenn wir eine gute Entscheidung treffen wollen, kennen wir bereits. Nur sind sie in unserem Gehirn an verschiedenen Orten abgelegt. Mit dieser genialen Fragetechnik holen wir sie hervor, sodass sie uns direkt vor Augen stehen.


Mit der 6 W Methode können Sie sich auch wichtige Entscheidungen im Privatleben erleichtern.

Geht es zum Beispiel um die Frage, ob Ihr Kind auf ein Internat soll, dann fällt die Entscheidung ja oft deswegen so schwer, weil man fürchtet, nicht alles bedacht zu haben. Immer kann sich im Nachhinein zeigen, dass man den falschen Weg gewählt hat. Das ist aber nur dann schwer zu verkraften, wenn Sie hinterher erkennen, dass Sie sich vielleicht nicht genug Gedanken gemacht haben. Sie sind sozusagen „selbst schuld daran“, dass die Entscheidung falsch war, weil Sie sich das Entscheiden zu leicht gemacht hatten.


Die  6 W & 10-10-10 Methode bringen Sie auf die sichere Seite

Alle vorhersehbaren Aspekte werden mit einbezogen und am Ende haben Sie ein gutes Gefühl für die richtige Entscheidung.

6 W & 10-10-10 Methode – ich wünsche Ihnen gutes Gelingen mit diesen Entscheidungsmethoden!

Sie wünschen Sich Unterstützung bei einer Entscheidung? Gern! Lassen Sie uns sprechen. 
Melden Sie sich unter info@petramoje.de oder Tel. +49 (0) 40 7458024 für ein erstes Strategiegespräch und telefonisches Kennenlernen. Ich freue mich auf Sie!

Herzliche Grüße,
Petra Moje


Wertvolle Ergänzung: Die „Sofort-Ja-Nein-Technik“

Beide Methoden lassen sich excellent verfeinern. Nutzen Sie dafür gern meine „Sofort-Ja-Nein-Technik


Sie möchten keinen Blogartikel verpassen?
Dann melden Sie sich für meinen Newsletter an.

Diese Artikel könnte Sie auch interessieren 
Kategorie-Archive: Komplexe Entscheidungen – klar und sicher treffen


Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Beitragskommentare